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║ Drehmoos ║
║ Mittwoch, 10. Mai 2006, 19:19 eloi ║
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Es ist mir egal, daß Adolf Hitler am 20.4. Geburtstag hatte. Ich bin froh, daß er tot ist. Und überhaupt könnte ich mich darüber aufregen, daß so dermaßen viel geschichtliches als "Allgemeinbildung" bezeichnet wird. Als ob die Gegenwart nicht schon genug von uns verlangt.
Ja, sicher ist es wichtig zu wissen, daß unser derzeitiger Bundeskanzler Angela Merkel heißt. Aber wozu muss ich wissen, daß der vor 35 Jahren amtierende Kanzler Willy Brandt war? Ich meine, das ist doch sowieso schon 'ne Weile her und für die heutige Zeit völlig belanglos, oder?
Also wer legt letztlich fest, was Allgemeinbildung, was Fachwissen ist? Ich bin sicher, daß es nur sehr, sehr wenige Menschen gibt, die tatsächlich die Hauptstädte ALLER Länder der Welt kennen. Ich bin ebenso sicher, daß keiner dieser Menschen alle Knochen und Muskeln des Menschlichen Körpers bennenen kann und über Drehmoos bescheid weiß.
Und letztlich: wer braucht Allgemeinbildung? Wenn ich etwas wissen möchte, kann ich Nachschlagen. Die Welt ist voll mit Fachwissen und entsprechenden Nachschlagewerken und Lexika. Wer lesen kann, kann sich jede beliebige Information besorgen. Und ist es nicht viel wichtiger zu wissen, WO ich WAS nachlesen kann, als das Wissen direkt im Hirn abrufbar zu haben? Und was von dem Nachgeschlagenem ich direkt speichere, hängt ganz von meinen Interessen ab.
Mein Fazit: Weg mit der Forderung nach Allgemeinbildung. Viel wichtiger ist doch Elementarbildung. Lesen, schreiben, rechnen, der richtige Umgang mit Nachschlagewerken bzw. der Internetsuchmaschine.
Und dann sind auch nach Pisa alle gleich.